2. Januar 2010
von Blackbam

Netz-Nachrichten-Routine: Tagtäglich neue Hiobsbotschaften von der Front - der Front, an der mutige, unerschrockene Internet-User sich auf eigene Faust der Musik-, Film- und Copyright-Lobby in den Weg stellen und gratis-saugen bis die Leitungen glühen. Die Lobby ihrerseits hat Geld, Macht, Konzerne und "Künstler" an ihrer Seite, verfügt über wahnwitzige Abmahnkanzleien und die Unterstützung unbedarfter Politiker, schießt zurück mit Gesetzen, Klagen, Mahnungen, Gejammer und erweist sich geradezu als kreativ wenn es darum geht, Leute daran zu hindern, Bits und Bytes zu konsumieren, für deren Miete sie nicht ordentlich geblecht haben.

Des Pudels Kern

Wenn man es genau betrachtet, wird eine Menge Aufwand und Aufregung um einen putzig-kleinen Marktsektor betrieben. Größtenteils saugen Menschen, die jung und pleite sind und ein etwas breiteres Spektrum an Kultur und Bildung genießen wollen - onehin nicht die Zielgruppe der Lobby. Diese legt nämlich wert auf Stil - wer verzichtet schon auf das Ambiente eines Kinos, um einen neuen 3D-Film in 640*480er Auflösung mit Mono-Sound zu sehen? Ärmste Schweine oder Leute, die den Film onehin nicht sehen wollen! Wer verzichtet auf ein Konzert seiner Lieblingsband, für irgendeinen 128kbit/s Sound aus den Laptop-Boxen? Stilvolle Menschen kaufen sogar massenhaft CDs, obwohl heutzutage unhandlich und umständlich. Jedes Unternehmen das Software komerziell nutzt, zahlt auch dafür, Studenten sind es, die sich mal schnell für eine Arbeit eine gecrackte Version holen. Die paar Einnahmen die der Lobby entgehen, verdient sie nicht - schließlich nutzt sie globalen, kostenlosen Technik-Fortschritt, formt ihn lieblos zu einem Produkt und beutet anschließend arglose, konsumverfallene Bürger aus. Wo also liegt das Problem?

Die Lobby würgt auf Biegen und Brechen Geld aus ein paar armen Bauernopfern heraus, die sich in gefährlichen Netzwerken herumtreiben und das Pech haben, bei illegalem Download erwischt zu werden. Zur Abschreckung. Und weil es sich als lohnendes Geschäft erwiesen hat. Mehr allerdings auch nicht und die Lobby ist sicher nicht so blauäugig, sich mehr davon zu erwarten. Der Kampf gegen Filesharing ist längst verloren, zuviele Verbreitungsmöglichkeiten, zu unbändig das I-net. Und notfalls sicherlich sicher und unantastbar - da können Lobby und Gesetzgeber sich auf den Kopf stellen - lokale Datenkanäle.

To the rescue: LAN

Bluetooth, mobile Festplatten, USB Sticks und am Besten: Eine fette LAN-Veranstaltung. Die digitale Narrenfreiheit - Legionen von legalen und illegalen Daten, die durch digitale Kanäle geschoben werden. "Unzensierteres Internet" mit unerreichter Bandbreite. Filme, Alben, Spiele, Pornos, Software in weniger als einer Minute und das von bis zu tausenden saug- und sammelwütigen Freaks. Wem Rapidshare nicht genug ist, der ist hier gerade richtig. Hier bekommt man alles und noch viel mehr, niemand kann überprüfen, was man sich zulegt. Die meisten Sauger verwenden die (ob legal oder illegal) kopierten Daten eh nie in ihrem Leben. Es bleibt lediglich ein Hauch von Komunismus und das Gefühl, der hinterhältigen Kontroll-Lobby ein Schnippchen geschlagen zu haben. Danke.


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Dieser Eintrag wurde am 2. Januar 2010 um 23:23 in der Kategorie Netzphilosophie veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesem Artikel mit RSS 2.0 abonnieren. Feedback, Diskussion, Lob und Kritik sind erwünscht: Kommentar schreiben oder Trackback anlegen.


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Bisher eine Meinung zu "Global Area Network":

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Lely Nursta   sagt:

am 05. Februar 2011 um 01:15 Uhr


Hammer! So eine Story hatte ich niemals fur denkbar gehalten :-)

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